Der Kryptohändler Avraham „Avi“ Eisenberg wurde in allen Anklagepunkten des Betrugs und der Manipulation im Zusammenhang mit einem Kryptowährungshandelssystem im Wert von 110 Millionen US-Dollar, an dem die Plattform Mango Markets beteiligt war, für schuldig befunden. Dieses wegweisende Urteil ist das erste Mal, dass eine US-Jury die Anwendbarkeit bestehender Gesetze zu Betrug und Marktmanipulation im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) geprüft hat.

Der 28-jährige Eisenberg wurde für Handlungen vom 11. Oktober 2022 schuldig gesprochen, als er absichtlich Trades durchführte, um den Preis des nativen Tokens MNGO und der Futures-Kontrakte von Mango Markets in die Höhe zu treiben. Eisenberg nutzte die aufgeblähten Futures-Bestände als Sicherheit, lieh sich auf der Plattform zusätzliche Kryptowährungen, zog diese Vermögenswerte anschließend ab und gab seine Sicherheiten auf.
Während des gesamten Prozesses bestritt Eisenberg die Fakten seiner Handelsstrategie nicht, argumentierte jedoch mit ihrer Rechtmäßigkeit gemäß dem DeFi-Protokoll und berief sich dabei auf den Grundsatz „ Code ist Gesetz“. Die Staatsanwälte bezeichneten Eisenbergs Handlungen als Täuschung und betonten in ihrem Schlussplädoyer, dass er den Markt manipuliert habe, indem er MNGO-Geschäfte fabrizierte, um den Wert von Terminkontrakten aufzublähen und letztlich Vermögenswerte von der Plattform zu stehlen.
Der stellvertretende US-Staatsanwalt Peter Davis bezeichnete Eisenbergs Verhalten als „altmodische Manipulation und Betrug“ und behauptete, er habe die Preise in die Höhe getrieben und getäuscht, um die Veruntreuung von Geldern zu erleichtern. Im Gegensatz dazu beharrte Eisenbergs Verteidiger Brian Klein darauf, dass die Handelsstrategie seines Mandanten legal und im Einklang mit den Smart Contracts der dezentralen Plattform sei. Klein hob den Risikohinweis von Mango Markets hervor und behauptete, Eisenberg habe innerhalb der von der Plattform vorgegebenen Parameter gehandelt.
Der Prozess, der letzte Woche begann, ist ein entscheidender Moment, da es sich um den ersten Fall handelt, in dem eine US-Jury über Vorwürfe der Marktmanipulation im Kryptowährungssektor berät. Die Staatsanwälte argumentierten, dass traditionelle Strafgesetze gelten, während die Verteidigung behauptete, dass Eisenberg sich an die Regeln der Börse gehalten habe, die keine vergleichbaren Schutzmaßnahmen wie traditionelle Finanzmärkte enthielten.
